Das Wassersystem Englischer Wohnwagen Der Aquaroll

Das Wassersystem

Der Fokus liegt auf Autarkie und das einzigartige System mit dem Aquaroll

Wohnwagen von der britischen Insel (z. B. Sprite, Swift, Coachman, Bailey oder Elddis) unterscheiden sich konstruktiv teils deutlich von kontinentaleuropäischen Modellen. Während in Deutschland oft feste Innentanks verbaut sind, setzen Engländer traditionell auf externe, rollbare Wasserbehälter – die sogenannten Aquarolls – in Kombination mit speziellen Stecksystemen.

Allgemeine technische Besonderheiten

1. Das Aquaroll-Prinzip

Statt Wasser mühsam mit Gießkannen zum Wagen zu tragen, wird ein 40-Liter-Fass (Aquaroll) liegend per Deichsel zum Wasserhahn gerollt und voll zurückgebracht. Es verbleibt während des Aufenthalts außerhalb des Wohnwagens.

2. Externe Einspeisung (Whale/Truma)

An der Außenwand befindet sich eine Anschlußdose für Wasser. Ein spezieller Stecker verbindet die dortige Buchse mit einer Tauchpumpe (Whale) bzw. Ansaugschlauch (Truma), die direkt in die externe Aquaroll gehängt wird. Strom und Wasser laufen über denselben Stecker.

3. Druckschalter-System (Microswitch-Alternative)

Häufig steuern nicht Mikroschalter in den Wasserhähnen die Pumpe, sondern ein zentraler Druckschalter hinter dem Einlass. Fällt der Druck im System ab (weil ein Hahn geöffnet wird), springt die externe Pumpe automatisch an.

4. Vollausstattung ab Werk

Englische Wohnwagen sind oft serienmäßig für echtes Autarkstehen ausgerüstet: Integrierte Batterieladegeräte, oft serienmäßige Backöfen inkl. Grill und hochentwickelte Kombiheizungen (Gas/230V) sind Standard.

Schematische Darstellung des Wassersystems

Wähle die gewünschte Konfiguration aus, um das technische Fließschema zu sehen:

Klassisches britisches System (Direkteinspeisung)

Aquaroll
(Externer Tank)
Tauchpumpe
(In Aquaroll)
Whale/Truma
Außenanschluss
+ Druckschalter
Verbraucher
(Hähne, Dusche, Boiler)

Funktionsweise: Die Pumpe liegt direkt im rollbaren Außenfass. Sobald ein Wasserhahn geöffnet wird, registriert der Druckschalter im Wohnwagen den Druckabfall und schaltet die externe Pumpe via Außenstecker ein. Das Wasser fließt direkt zum Verbraucher. Im Winter muss das Außenfass vor Frost geschützt werden.

Erweitertes System (Mit umschaltbarem Innentank)

Aquaroll
(Externer Tank)
Tauchpumpe
(In Aquaroll)
3-Wege-Ventil
(Umschalter)
Interner Tank
(Im Wohnwagen)
Verbraucher
(Hähne / Boiler)

Funktionsweise: Viele neuere oder größere Modelle besitzen zusätzlich einen eingebauten Innentank. Über ein mechanisches oder elektrisches 3-Wege-Ventil kann gewählt werden, ob die Verbraucher direkt aus dem Aquaroll bedient werden oder ob die externe Pumpe zuerst den Innentank befüllt. Aus dem Innentank bedient dann oft eine separate, interne Druckpumpe die Hähne. Ideal für den Winterbetrieb!

Direkter Vergleich der Systeme

Kriterium Ohne internen Tank (Nur Aquaroll) Mit internem Tank (+ Aquaroll)
❄️Wintertauglichkeit Eingeschränkt (Der externe Aquaroll kann bei höheren Minustemperaturen einfrieren) Sehr gut (Wasser lagert frostgeschützt im beheizten Innenraum)
⚖️Gewicht (Fahrzeug) Geringeres Leergewicht, da kein schwerer Einbautank verbaut ist Höheres Eigengewicht der Konstruktion durch Zusatztank und evtl. zweite Pumpe
📦Zuladung / Komfort Häufigeres Nachfüllen nötig, dafür bleibt die maximale Gewichtsreserve flexibel nutzbar Höherer Komfort durch doppeltes Volumen (z.B. 40L innen + 40L außen)
🔧Systemkomplexität Sehr einfach, wartungsarm, nur eine einzige, leicht tauschbare Pumpe Komplexer durch manuelle/elektrische Umschaltventile und evtl. zwei getrennte Pumpen

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